(Gedanken zur Antwort mehrerer besorgter Eltern einer wie immer besorgten Lehrerin wegen... )
Lieber Eltern der 5B!
Knapp vor Schulschluss ergibt sich nun doch noch ein Problem, das von einigen Eltern an mich herangetragen wurde: Prof. PENTEKER! Da die Zeit schon knapp ist, ersuche ich um rasche Antwort. Sollte die Mehrheit der Eltern für einen Lehrerwechsel stimmen werde ich mich dafür einsetzen.
Mit bestem Dank für ihre rasche Antwort.
Silvia Kasses
Esther wäre über einen Lehrerwechsel sicher sehr traurig. Sie findet den Unterricht interessant und vielseitig.
Liebe Grüße
Ahmed Noor
Michaela ist trotz manchmal Lernfaulheit und die dadurch präsentierte Rechnung in Form von schlechterer Note von Frau Pentekkers Lehrstil begeistert und will sie nicht missen. Daher kann ich einer derartigen Aktion nicht zustimmen.
L. G.
Silvia Farkalits-Weiss
Sehr geehrte Frau Kasses!
Wie Frau Farkalits-Weiss sind wir gegen eine derartige Aktion. Auch Karoline ist trotz Lernfaulheit und praesentierter Rechnungen in Form schlechter Noten von Frau Professor Pentekers Lehrstil durchaus angetan.
Frau Penteker verlangt sicher viel, wir sollten aber froh sein, dass sie so bemueht ist, ihren Stoff in die Gehirne unserer sicherlich durchwegs einem bequemen Leben zuneigenden Kinder zu verfrachten. Die Kinder muessen lernen, auf Herausforderungen rechtzeitig zu reagieren, d.h. sich fuer ja keineswegs aus einem heiteren Himmel fallende Pruefungstermine durch Lernen zu wappnen. Im spaeteren Leben koennen sie ja auch nicht damit rechnen, durch mitleidsvolle Eltern vor allen Unbillen bewahrt zu werden. Mit anderen Worten, wir Eltern sollten dieses "Problem" rechtzeitig an unsere Kinder und nicht erst "knapp vor Schulschluss" an die Elternvertreter "herantragen".
Mit freundlichen Gruessen
Giselheid und Georg Stacher
Subject: Biologie der Erziehung
Date: Wed, 25 Jun 2003 20:12:50 +0200
From: Erwin Leder erwin.leder@chello.at
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Liebe Eltern der 5B der Höheren Internats-Bundeslehranstalt 3,
verzeihen Sie bitte die späte Antwort, nun, was den Succus der Aussagen Ihrer Nachrichten betrifft, sehe ich mich jetzt doch veranlasst, auch „einige Sätze darüber zu verlieren“.
Meine liebe Tochter Rita, die ja nun auch nicht gerade geglänzt hat heuer in Biologie, und ich schließen uns dem bisherigen Allgemeintenor an; Rita würde es bedauern, eine engagierte Lehrerin zu verlieren, die sie nun seit 5 Jahren kennt und meinte, sie empfände es als ungerecht, Frau Penteker aus der Klasse zu entlassen. Auch meinte sie ganz richtig "Wer weiß, was nachkommt ...", und "...wir müssen uns daran orientieren, dass das Leben nicht immer wie ein Wunschkonzert aussieht".
Frau Penteker lernte ich selbst als sehr engagierte Lehrkraft kennen, die sich wirklich bemühte, persönliche Details ihrer Schüler wahrzunehmen und zu verstehen. Zugegeben, sie ist streng, das allein etwa kann jedoch kein Grund sein, an ihrer Qualifikation zu zweifeln, es sei denn, sie wäre zudem nicht fähig, ihre Schüler zu motivieren, was ja nun leider bei vielen Lehrkräften, scheint es, der Fall ist, daher auch viele gehen müssten... diese Frage ist eine der Motivation zum Beruf selbst einerseits, wie eine der Ausbildung, was ja so ein eigenes Kapitel ist.
Damit wäre zum Thema selbst vorerst alles gesagt.
- Wenn Sie noch weiter lesen wollen, so können Sie das gerne tun. Sehen Sie, wenn Sie daran interessiert sind bei dieser Gelegenheit, will ich Sie nicht daran hindern ... ich möchte mich aber nicht aufdrängen, ist ja nur meine bescheidene Meinung aus meiner Sicht, meiner Beobachtung, bin daher nicht bös´ o.ä., wenn Sie nun aufhören zu lesen, denn was nun folgt, ist vielleicht nicht sehr bequem. Jedenfalls will ich niemandem etwas Böses, oder gar auf die ohnehin strapazierten Nerven gehen usw., lediglich ´mal feststellen, was ich für real halte (auch in Anbetracht der Schüler-Eltern-Demonstration letztens, auf der übrigens bedauerlicherweise äußerst wenige Eltern vertreten waren: immerhin ging und geht es um unsere Kinder , oder das, was "wir für solche halten" und um die Zukunft, die sicherlich jetzt beginnt, und nicht erst morgen, wenn wir nicht mehr sind).:
Wenn einem jemand im täglichen Leben unangenehm auf die Zehen steigt, kann das seine Berechtigung haben; wenn dies allerdings aus Allüren heraus geschieht, kann nicht Unrechtes dabei sein, sich diesen Menschen ´mal entsprechend auf ´s Korn zu nehmen. Auch einen Lehrer. Aber hier geht es um etwas anderes, als um eine liebe, bemühte Lehrperson, die sich sichtlich anstrengt, so gut sie ´s kann, und je mehr sie sich anstrengt, wie nun immer, auch überfordert scheint: Der Stoff der 5. Klasse in Bio ist weder leicht zu bringen, noch leicht zu verstehen, es ging teils in die Mikrobiologie, teils in die Mineralogie ... ich selbst erinnere mich leidlich an meinen ansonsten recht konsultanten und engagierten Klasssenvorstand, den wir auch in D und BE hatten, und den wir eigentlich sehr schätzten: allein, diesen Abschnitt jedoch hatte er kläglich langweilig gestaltet, sodass sich fast niemand aus unserer Klasse auskannte, und die meisten von uns in diesem ansonsten so interessanten Fach das halbe Schuljahr zum Auswendiglernen verurteilt waren... heute find ich das alles mehr als interessant –
also drängt die Frage sich auf:
woran liegt das, dass dies nicht hat schon früher so sein sollen? An der Art der Beschäftigung damit, am Zeitdruck, an der Trockenheit des gebrachten, am Leistungsdruck, an Gedanken an irgendwo anders Unbewältigtes, an einer Angst, irgendwo nicht mitzukommen, irgendwie zu versagen etc. ... - an allem zusammen?
Ich habe nicht den Eindruck, dass Rita wirklich faul wäre, obwohl sie manchmal selbst sagt, dass sie es wäre - (ich kenne das von mir selbst, auch ich war überfordert: 6h morgens auf, 10-11h abends ins Bett, dazwischen Konzentration und das Ringen um Noten, lernen, sich zu fügen und einzuordnen, der ganze Tag eine Schlacht im Leistungsdruck, zeitweilig 1/2 Stunde Pause. Was für ein Leben in der Ausbildung zum Konkurrenzkampf vom 6. Lebensjahr an, um schlussendlich als mechanische Hülsen einer verlogenen und korrupten Leistungsgesellschaft in Pension zu gehen ... ich möchte mich an der Stelle nicht näher äüßern. Das Schulsystem jedenfalls ist nicht besser geworden, eher noch belastender: Die meisten Lehrkräfte nehmen just deren Fach als das einzige oder wichtige heraus, und der Ballast, von dem behauptet wird, er wäre not-wendig, um die Ganglien mechanisch für ein späteres Berufsleben vorzubereiten und zu trainieren, ist nicht weniger geworden, sondern mehr. Die Grundlagen, also die Voraussetzung dafür, den späteren Ballast einzuordnen, jedoch so vermitteln zu können, dass sie tatsächlich begreifbar, erfassbar, interessant erscheinen und die Kombinationsgabe anregen, müsste die prinzipielle Voraussetzung für den Lehrberuf werden.)
Wie gesagt ist Rita nicht faul, eher ist sie stellenweise bequem oder nachlässig, ich komme etwa dahinter, dass sie nicht immer gleich nachsticht, wenn sie sich wo nicht auskennt, und sich dann auf mich verlässt oder auf ihre Freundinnen, ihre Schwester oder ihren Bruder. Rita ist jedoch übrigens nicht diejenige, die von ihrer Mamá und mir stark mit Mode oder sonstigem Firlefanz verwöhnt wurde und wird, Rita kann sich konzentrieren, wenn sie will, und was mich viel mehr freut, sie hat Mitgefühl und kann sehr aufmerksam sein, wenn sie sich für etwas interessiert.
Aber nun zu etwas ganz anderem, das ich für sehr wichtig halte, anzusehen: ich habe, und darum geht es, wirklich stark das Gefühl, dass insgesamt einiges am Schulsystem hapert, das ja mittlerweile seinen "50-er" schon zu überschreiten droht. Prinzipiell kann man nämlich die Jugend nicht belehren: man muss sie anregen, motivieren. Fächer übergreifender Unterricht wäre angesagt, Wert zu legen ist auf die Einheit und das Zusammenwirken der irdischen Gegebenheiten, von der Naturwissenschaft über die Geisteswissenschaft über die Politik über die Kunst bis hin zum Sprachunterricht, Kultur übergreifende Unterrichtsformen und deren praktische Anwendung im alltäglichen Leben, und, was ich für extrem wichtig halte: wir brauchen Lehrkräfte, die erzählen und nicht aufzählen, und deren Faszination zu spüren ist. Wenn wir es nicht schaffen, unseren Kindern die Welt als ein Ganzes zu vermitteln, für das sich Aufmerksamkeit und Arbeit lohnt, werden wir weiter eine Gesellschaft heranziehen, die im Neid um Äußerlichkeiten sich selbst betrügt, sowie im unerbittlichen Konkurrenzkampf so lange weiter unbemittelte "minderwertigere" Menschen aussaugt und verhungern und in Krankheiten umkommen lässt, wie die 3. Welt. Die Konsequenz wird sein:
Abkapselung, Isolation, Krieg, Seuchen; und die Arbeit in 3.-Ländern wird so teuer werden, dass sie unleistbar werden wird. Machen wir uns nichts vor: unsere Kinder bekommen serviert, was wir an Rechnung nicht zu begleichen imstande sind!
Es macht mir gar nichts aus, wenn Sie nun über mich denken mögen, ich würde schwarzmalen, Sie können gerne denken, was Sie wollen, doch sehen Sie sich bitte um. Seien Sie bitte so intelligent, und nehmen Sie die Realität wahr, wie sie ist, und nicht, wie sie sein sollte, und erkennen Sie sich selbst darin. Die lieblose Erziehung unserer angeblich so geliebten Kinder heutzutage beginnt schon in der Krippe: tu dies und das nicht, Du sollst und Du darfst nicht .... als hätten wir das Konzept für die heile Welt gepachtet, ja erfunden. Sehen Sie sich doch um...
Ein Lebewesen lässt sich auf Dauer nicht abschieben oder verhindern: und wie gut Eltern es immer meinen, Zuneigung drückt sich eben anders aus, als in Unmut und schimpfwörtlicher Gereiztheit überarbeiteter Eltern zwischen morgens und abends incl. Hörigkeit zwischen Tischmanieren (GEGEN DIE ICH JA AN SICH BITTE FREILICH NICHT BIN!) und pünktlichem Erscheinen beim Abendessen u. a. Nebensächlichkeiten. Wie viele Eltern wissen von ihren Kindern wirklich, was sie gern unternehmen, was deren Lieblingsspielzeug ist etc., wie viele setzen sich mit ihren Kindern zusammen und auseinander, lesen mit ihnen, engagieren sich mit ihnen beim Fernsehen usw., reden mit ihnen, diskutieren mit ihnen, ganz offen, als wären sie erwachsen oder fremde neue Menschen, unvoreingenommen - tatsächlich sind sie oft reifer, als wir denken - wieviele lachen täglich mit ihren Kindern egal welchen Alters? Kinder wie Menschen ganz allgemein brauchen immer neue Aufmerksamkeit und herzliche Zuneigung. Menschen, die nach Möglichkeit geliebt werden, können Ihnen Liebe zurückgeben, aber sonst...?
Menschen in den Schulen lernen, sich zu konzentrieren; eine Eigenschaft, die von Vorteil ist, wo es darum geht, sich vorübergehend einer Sache ganz hinzugeben, um kurzfristig eine Lösung zu erwirken. Aber ganz und gar nicht geeignet, um ein ganzheitliches aufmerksames Leben zu ersetzen. Doch genau dieses Gefühl werde ich bei der Erziehung unserer Kinder nicht los, wenn ich beobachte, wie sie gegängelt werden und gehalten wie Eigentum, zur Disziplin und Konzentration gezwungen; junge Menschen lassen sich nicht gängeln oder zwingen. Auch das Leben ganz allgemein, das täglich Neues, Überraschendes bringt, lässt sich nicht zwingen. Und wenn Sie glauben, sie können ihm mit alten Mustern begegnen, werden natürlich Sie stets Widerstand & Konflikte hervorrufen, erst recht etwa in der Pubertät. Es ist wichtig, zu erkennen, dem Leben wie (vor allem) jungen Menschen (was Wunder) mit Aufmerksamkeit, Anteilnahme, Hingabe zu begegnen, mit Intelligenz, Einsicht in das, was vorgeht. Und nicht zu reagieren mit dem, was Ihrer Meinung nach sein sollte: denn dies sind lediglich alte Muster, IHRE alten Muster, die SIE sich zurechtgelegt haben, um in der bösen brutalen Welt, wie SIE sie sehen, zu "überleben" - sehen Sie sich mal an, wie Sie überleben: finden Sie das so lebenswert? Das hat mit dem frischen Leben nichts zu tun.
Diese Feststellung bedeutet nicht, dass nunmehr etwa Chaos einsetzen würde, dass die Kinder nicht mehr lernen würden - ganz im Gegenteil - oder, dass man plötzlich nicht mehr liebevoll wäre zueinander, kein Benehmen hätte oder Umgangsformen egal wären - ganz im Gegenteil: Aufmerksamkeit beinhaltet dies alles.
Das Leben ist eine Folge aus Herausforderungen, denen wir mit Aufmerksamkeit begegnen müssen, nicht mit Konzentration. Konzentration schließt alles außer einer Sache aus, Aufmerksamkeit bezieht alles ein. Nur der aufmerksame Mensch ist fähig, zu sehen, was tatsächlich passiert, der Aufmerksame erkennt die Zusammenhänge des Lebens, und das passiert nicht in Disziplin, sondern in Hingabe. Wir müssen erkennen, dass in der Freiheit mehr Ordnung steckt, als in unserem gebundenen, gequälten Verstand.
Mit Freiheit ist klarerweise nicht der Umstand gemeint, in irgendwelche Dinge zu flüchten, um vor sich und dem Druck der Herausforderungen kurzfristig zu entkommen, wobei dieser, respektive die eigene Einsamkeit schon wieder hinter der nächsten Ecke wartet: keiner entkommt sich selbst (das wissen wir übrigens, auch, wenn wir ´s immer wieder gerade dann nicht glauben wollen, wenn ´s darauf ankäme... nicht wahr?). Freiheit bedeutet das Ansehen des Geschehens ohne Vorurteil, ohne Erwartung und Vorstellung, ohne bewertendes Ansehen der Person, die beteiligt ist, oder: das völlig neue Entdecken des Geschehens, welches Leben ist. Das Ansehen der Tatsache, ohne sie abzulehnen oder hochzujubeln, die Einsicht in die Realität, das ist Intelligenz. Sehr im Gegensatz zum Intellekt, der sich, sich im Normfall verselbständigend, eher dazu angetan ist, Neurosen hervorzurufen.
Vermehrt Disziplin und Drill auf der einen Seite und Vernachlässigung auf der anderen Seite werden Intelligenz, das Resultat aus der Einsicht in die Realität, nicht fördern. Doch so sieht unsere Welt heute aus, brutal, lieblos, eigensinnig, stumpf, visionslos und leer, fast kein geschärfter, an der effektiven Anteilnahme an unserer Welt interessierter Geist: sehen Sie sich um. Die Menschen wurden stumpf gemacht, wie Herdenvieh. Trübe, leere, gehetzte, ängstliche, anmaßende, verbitterte und gleichgültige Augen in blassen oder künstlich gestilten Gesichtern, Wie gehen die Menschen miteinander (besser: ohne einander) um bei uns, wo es uns so gut geht in der Relation zur Welt? Genauso, wie mit der Welt an sich: gleichgültig und desinteressiert. Es ist etwas anderes, an gemeinnützige Organisationen zu spenden oder unmittelbar Anteil an seinem Umfeld zu nehmen, echte Anteilnahme lässt sich mit Geld jedenfalls nicht erkaufen.
Es wäre noch vieles zu sagen, ein Tag würde nicht ausreichen. Doch ich bleibe beim naheliegenden: warum ist uns so daran gelegen, unsere Selbstsucht nicht zuzugeben, und so zu tun, als wäre alles in Ordnung: unsere Großartigkeit, Einmaligkeit, unser Ansehen usw.? Wie sehen uns unsere Kinder an? Wieviel Frieden bringen wir uns und unserer Welt damit? Sie brauchen gar nicht weit zu schauen: sehen Sie auf die Straße, was sehen wir? Unsere liebevolle Gesellschaft ohne Motiv und Absicht? Wir wurden zu Karriere- und Selbstsucht erzogen und zur Bequemlichkeit. Es ist sehr leicht, z.B. für die Not in der Welt, für die Gewaltsamkeit und all das Hässliche auf der Welt irgendjemand anderen verantwortlich zu machen, und selbst dieses kleinliche, stets auf eigenen Vorteil bedachte Leben weiter zu führen. Die Welt, so wie sie heute ist, ist unsere Welt. Sie betrifft uns, und wir können nicht vor ihr davonlaufen, wir können vor der Verantwortung nicht fliehen, wie wir sie unseren Kindern eines Tages überlassen werden. Sie ist das Resultat dessen, was WIR geschaffen haben, nicht irgendjemand anderer, wir, denn es ist unsere Welt, und die Welt sind wir. Und diese Welt beginnt nicht irgendwo, sondern bei uns, bei mir und meinem Kind.
Leben ist Beziehung, es gibt kein Leben in Isolation, keine Lebendigkeit in intellektueller Spinnerei. Egoistische Gewalttäter gibt es nicht nur im Großen, ihr Ursprung liegt im Kleingeist, der z.B. aus der Angst vor der Öffnung eines selbst hervorgeht – genau genommen ist dieser Vorgang bereits gewalttätig: die Trennung vom/von den anderen. Gewalt beschränkt sich nicht auf Krieg und Kapitalverbrechen. Wer weit kommen will, muss in der Nähe beginnen, zum Beispiel in der eigenen Beziehung zu sich selbst, zu Partner, Kind und Umfeld. Und ein funktionierendes, lebendiges Schulsystem muss daher eines sein, das für solche Menschen arbeitet, und nicht umgekehrt: nicht wir Menschen arbeiten für ein zerrüttetes, krankes, verwirrtes System, das wir in "lebenslänglicher" Anstrengung künstlich aufrechterhalten.
Freundlichen Gruß
Erwin Leder